albmagazin August/September 2018 - page 3

I
n Balingen gibt es einen, in Bad Saulgau auch und in Sigmaringen wird
es in Kürze auch endlich einen „Freundeskreis Katze und Mensch e.V.“
geben. Und das ist sehr gut so, denn die Katze ist der beste Freund des
Menschen. Nicht von ungefähr wird in diesen Tagen, genauer am 08.
August, feierlich der Weltkatzentag begangen – ob mit Autokorso und
Katzenflaggen ist allerdings nicht überliefert. Außerdem hat letztendlich
nur die Katze dazu beigetragen, dass die Menschheit insgesamt überlebt
hat: Die Katze hat beispielsweise... ...ähm... ...nun...
Gut, mag sein, dass demAutor imMoment kein entscheidender Vorteil
der Katze einfällt, aber schnurren kann die Katze, wenn gestreichelt und
bei guter Laune, von einzigartiger Schönheit. Zudemwar die Katze, seit
der frühen Neuzeit domestiziert, als Haustier ein enger Begleiter des
Menschen. Bis zum Mittelalter waren Iltisse bzw. das domestizierte
Iltisfrettchen zur Ungezieferbekämpfung auf Höfen ähnlich beliebt wie
die Katze heute und als Jagdbegleiter in Europa weit verbreitet. Später
wurden Frettchen zur Jagd kaumnoch eingesetzt und auf Höfen wurden
sie vollständig von Katzen abgelöst. Da der Iltis, und damit auch das
Frettchen, zu den Stinkmardern gehören und über Analdrüsen ein
stinkendes Sekret absondern, wurden sie auch wegen ihres bisweilen
unerträglichen Gestanks des Hauses verwiesen. Die Katze betrieb da
offenbar ein deutlich besseres Marketing.
Eine der Redaktion bestens bekannte Person hat in der Nachkriegszeit
unter anderem auch Katzen gegessen, weil ihr Vater darauf bestanden
hat. Der Geschmack soll angeblich dem des Kaninchens sehr ähneln,
aber etwas seltsammutet der Gedanke schon an, den kleinen Schnurri
auf demTeller zu zerlegen. Der Mensch ist wie es scheint ein irrationales
und undankbares Wesen. Denn Rinder schlachtet und isst er ohne mit
der Wimper zu zucken, obwohl sie einst über Jahrhunderte hinweg für
uns pflügten, Milch gaben, ja immer überlebenswichtig waren. Hunde
werden angeschnauzt und streng erzogen, obwohl sie für uns jagen,
Männchenmachen und Einbrecher in die Flucht schlagen. Aber können
Sie sich vielleicht vorstellen, nach einem Lawinenabgang von einer
Lawinenkatze ausgegraben zuwerden? Gibt es vielleicht Rettungskatzen?
Eine Polizeikatzenstaffel?Wurden dieTrecks in der Zeit derVölkerwanderung
vielleicht von Kutschen- oder Schlittenkatzen gezogen?
Nein, genau genommen, bietet sie uns keinen entscheidenden Vorteil,
die Katze. Aber wenn es regnet, kalt ist oder schneit, erweicht sie
jämmerlichmiauend unser Herz, umwieder in die warme Stube gelassen
zu werden.Wenn wir sie Nähe suchend streicheln wollen, zieht sie lustlos
von Dannen und wenn wir einmal das billige Katzenfutter vom Einkauf
mitbegracht haben, straft sie uns mit eisiger Ignoranz und geht zum
Nachbarn fressen. Aber wir lieben sie halt einfach, die Hauskatze, und
deshalbwar es auchhier inder RegionhöchsteZeit für ein flächendeckendes
Netz des“Freundeskreises Katze undMensch e.V.“ Kennen Sie übrigens
den Unterschied zwischen Hund und Katze? Der Hund denkt sich: Mein
Herrchen gibt mir immer Futter, wenn ich will, er geht mit mir Gassi, er
streichelt mich, er verwöhnt mich. Ich glaube, mein Herrchen ist Gott!
Die Katze denkt sich: Ich bekomme immer Futter, wenn ich will, ich
werde verwöhnt, wann ich will, ich kannmachen, was ich will. Ich glaube,
ich bin Gott!
Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, gute Unterhaltungmit unserer neuen
Sommerausgabe! Und verwöhnen Sie Ihre Katze schön...
Ihr Roger Orlik
Liebe Leserin, lieber Leser!
Editorial
3
1,2 4,5,6,7,8,9,10,11,12,13,...80
Powered by FlippingBook